Mobile Absturzsicherung: Flexibilität für temporäre Einsätze
Wechselnde Baustellen, ungeplante Wartungsarbeiten oder kurzfristige Reparaturen stellen Unternehmen vor ein Problem: Wie lassen sich Arbeitsplätze schnell und zuverlässig absichern, ohne permanente Installationen? Mobile Anschlageinrichtungen mit schneller Verfügbarkeit schaffen hier Abhilfe:
- auf- und abgebaut in Minuten
- ohne Löcher zu bohren
- ohne Genehmigungen einzuholen
Der entscheidende Vorteil liegt in der Flexibilität. Permanente Systeme bleiben am Standort, mobile Lösungen ziehen mit dem Team von Projekt zu Projekt. Vom Rohbau zur Sanierung bis zur nächsten Baustelle – die Sicherheit wandert mit.
Die Rechtslage ist klar:
Absturzsicherung wird bei Wandöffnungen, Treppen und Wartungsbereichen u.a. ab einem Meter Höhe Pflicht, an sonstigen Arbeitsplätzen ab zwei Metern (§ 7 ASchG). Dacharbeiten sind besonders heikel – nicht nur die Kanten sind gefährlich, sondern die ganze Dachfläche gilt als Gefahrenbereich. Wer ein Dach betritt, ohne dort zu arbeiten, muss einen Zwei-Meter-Streifen um die Absturzkanten absperren. (Einen detaillierten Überblick über alle relevanten Vorschriften finden Sie in unserem Wiki-Artikel zu den rechtlichen Grundlagen der Absturzsicherung.)
Bei der Systemauswahl kommt es auf die Situation an. Manche Arbeitsplätze brauchen Kollektivschutz für das ganze Team, andere kommen mit Einzelanschlagpunkten aus. Ein wichtiger Unterschied liegt im Schutzprinzip: Kollektivschutzlösungen wie mobile Geländer oder Teleskop-Barrieren schützen alle Personen im Bereich automatisch, ohne dass persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz nötig ist. Anschlageinrichtungen hingegen erfordern das Einklinken mit PSAgA – bieten dafür aber maximale Bewegungsfreiheit bei der Arbeit.
Kollektivschutzlösungen:
- Mobile Geländersysteme – Freistehende Absperrungen für Dachkanten und Arbeitsplätze
- Teleskop-Barrieresysteme – Ausziehbare Stangen für Wandöffnungen und Durchbrüche
- Durchsturzsicherungen – Textile Netze und Abdeckungen für Lichtkuppeln und fragile Oberflächen
- Abgrenzungssysteme – Optische Kennzeichnung von Gefahrenbereichen mit auflastgehaltenen Ketten (Achtung, keine Absturzsicherung)
Einzelanschlagpunkte für PSA:
- Durchsturzsicherungen – Textile Netze und Abdeckungen für Lichtkuppeln und fragile Oberflächen
- Ballastgewicht-Systeme – Kompakte Anschlagpunkte mit Eigengewichtsstabilisierung
- Horizontale Seilsysteme – Flexible Spannweiten zwischen bestehenden Strukturen
- Fahrbare Rollsysteme – Mobile Wagen mit verstellbaren Anschlagpunkten
- Mobile Schwerlast-Anschlagmasten – Kranversetzte Mastsysteme für schwere Einsätze
BARRIER-VARIO
Geländersystem mit Gewichten als Auflast
MFS-SYSTEM
Modulare Fenster Sicherung MFS
EAP-MOBI
Lichtkuppelsicherung EAP-MOBI
TEMP SEILSICHERUNG
Temporäre Sicherung TEMP
Mobile Lösungen nach Anwendungsbereich
Jeder Arbeitsplatz stellt andere Anforderungen an die mobile Absturzsicherung. Ob Baustellen mit wechselnden Arbeitsbereichen, offene Wandöffnungen oder Dacharbeiten – die Wahl der richtigen Sicherheitslösung hängt von den spezifischen Gegebenheiten vor Ort ab. Die folgenden Anwendungsbereiche zeigen, welche mobilen Systeme sich für welche Situationen bewährt haben.
Baustellen-Absturzsicherung
Baustellen stellen besondere Anforderungen an die Absturzsicherung: Wechselnde Arbeitsbereiche, unterschiedliche Tragkonstruktionen und begrenzte Zeitrahmen erfordern Systeme, die sich schnell an vorhandene Strukturen anpassen können.
Horizontale Seilsysteme lösen diese Herausforderung durch flexible Befestigung an Stahlträgern, Rundsäulen oder bestehenden Anschlagpunkten. Durch einfaches Festzurren lässt sich das TEMP-Seilsicherungssystem von INNOTECH schnell auf- und abbauen und bietet mit bis zu 150 Meter Edelstahlseil flexible Einsatzmöglichkeiten - bei höchster Material- und Fertigungsqualität. Bei schneller Installation, und mit Spannweiten bis 20 Meter, lassen sich auch große Baustellen effizient absichern.
Wandöffnungen und Durchbrüche
Arbeiten an offenen Wandöffnungen stellen ein häufig unterschätztes Risiko dar. Reinigung, Wartung oder andere Tätigkeiten erfordern oft das Öffnen von Fenstern oder das Hinauslehnen aus diesen – besonders im Industriebereich wird diese Gefahrenquelle jedoch oft übersehen.
Die MFS (Mobile Fenstersicherung) nutzt ausziehbare Teleskopstangen aus Aluminium, die sich im Fensterrahmen spannen, um eine sichere Barriere zu bilden. Das Praktische dabei ist, dass eine einzelne Person das System schnell zusammenbauen und mit wenigen Handgriffen installieren kann - es ist sehr montagefreundlich.
Die MFS ist ein modulares System, das sich durch austauschbare Komponenten an verschiedene Fenstergrößen anpassen lässt. Das System ist in zwei Montagevarianten verfügbar: wahlweise über Klemmverbindungen – spurenfrei und ideal für Denkmalschutz – oder über Bohrungen für dauerhafte Installation. Als Kollektivschutzlösung entfällt die Notwendigkeit persönlicher Schutzausrüstung für alle Arbeiter im Bereich. Die vorgefertigten Komponenten ermöglichen eine schnelle Montage, während die kompakte Bauweise Transport und Lagerung vereinfacht. Optional kann das System mit einem Sicherheitsnetz für zusätzlichen Schutz ergänzt werden.
Lichtkuppel- und Durchsturzsicherung
Wartungsarbeiten an Lichtkuppeln bringen Gefahren mit sich, die oft unterschätzt werden. Neben dem offensichtlichen Absturzrisiko durch geöffnete Lichtkuppeln besteht auch die Gefahr des Durchsturzes durch scheinbar intakte Materialien. Die EAP-MOBI Lichtkuppelsicherung löst beide Probleme gleichzeitig: Die mobile Durchsturzsicherung aus hochfestem Polypropylen wird einfach über die Lichtkuppel geworfen ohne die Dachhaut zu beschädigen und mit einem Spanngurt festgezogen. Zusätzlich dient das Auffangsystem als zertifizierter Einzelanschlagpunkt für eine Person – eine doppelte Sicherheitsfunktion, die bei unvorhersehbaren Dachreparaturen äußerst praktisch ist.
Flachdach-Kantensicherung
Flachdächer bis zu einer Neigung von 10 Grad erfordern spezielle mobile Lösungen, die ohne Dachdurchdringungen auskommen. Gewichtsgehaltene Geländer bieten hier die Lösung: Betongewichte stabilisieren das System und lassen die Dachabdichtung intakt. Dabei entstehen praktische Herausforderungen – unterschiedliche Dachhöhen, Witterungsbeständigkeit und die Montage schwerer Ballastgewichte. Steherabstände von 2,5 Metern halten den Aufwand überschaubar. Das BARRIER-VARIO System passt sich durch Höhenverstellung bis 12,5 Zentimeter an verschiedene Dachsituationen an.
Finden Sie die richtige mobile Absturzsicherung mit unserem interaktiven Produkt-Finder. Entdecken Sie anhand einer Veranschaulichung verschiedener baulichen Anlagen, welche Sicherheitslösungen für Ihren Arbeitsbereich optimal sind – von Flachdächern und Steildächern bis zu Masten und Geländern.
Wann ist eine mobile Anschlageinrichtung die richtige Wahl?
Baustellen ändern sich ständig. Verschiedene Arbeitsbereiche erfordern unterschiedliche Sicherungslösungen – vom Rohbau über Fassadenmontage bis zur Elektroinstallation. Permanente Absturzsicherung macht hier wenig Sinn – Kosten und Aufwand stehen in keinem Verhältnis zur kurzen Nutzungsdauer.
Ungeplante Wartungsarbeiten verstärken diesen Bedarf zusätzlich. Ausfälle der Klimaanlage, Sturmschäden am Dach oder kurzfristige Fassadenreinigung erfordern sofortige Lösungen. Mobile Systeme sind binnen Minuten einsatzbereit, ohne Wartezeiten für permanente Installationen.
Für Serviceteams, die zwischen verschiedenen Standorten wechseln, bieten mobile Systeme einen weiteren Vorteil: Sie begleiten das Team von Projekt zu Projekt. Die Systemauswahl hängt von den konkreten Anforderungen ab. Die Anzahl der Arbeitsplätze bestimmt die nötige Dimensionierung – Einzelarbeitsplätze erfordern andere Systeme als Montage-Teams. Transportfrequenz und Gewicht spielen ebenfalls eine Rolle, besonders bei täglichem Standortwechsel. Auch die örtlichen Gegebenheiten entscheiden mit: Seilsysteme eignen sich für Stahlkonstruktionen, während denkmalgeschützte Gebäude spurenfreie Befestigungen erfordern.
Mobile Absturzsicherung ist die Antwort auf wechselnde Baustellen und ungeplante Einsätze. Die verfügbaren Systeme reichen von Einzelanschlagpunkten für maximale Bewegungsfreiheit bis zu Kollektivschutzlösungen, die mehrere Arbeiter gleichzeitig sichern. Horizontale Seilsysteme bewähren sich auf Baustellen mit wechselnden Arbeitsbereichen, während Teleskop-Barrieren Wandöffnungen schnell und spurenfrei absichern. Für Dach- und Lichtkuppelarbeiten bieten textile Durchsturzsicherungen doppelten Schutz.
Bei der Systemwahl entscheiden praktische Faktoren: die Anzahl der Arbeitsplätze, Transportfrequenz, örtliche Befestigungsmöglichkeiten und die verfügbaren Zertifizierungen. Mobile Lösungen haben sich zu professionellen Sicherheitswerkzeugen entwickelt, die den gleichen Standards entsprechen wie permanente Installationen.
Was ist der Unterschied zwischen fixer und mobiler Absturzsicherung?
Fixe Absturzsicherung wird dauerhaft installiert und bleibt an einem Ort, während mobile Systeme schnell auf- und abgebaut und zwischen verschiedenen Einsatzorten transportiert werden können. Mobile Lösungen sind meist in Minuten einsatzbereit, ohne Genehmigungen oder bauliche Veränderungen.
Für welche Anwendungsbereiche eignet sich mobile Absturzsicherung?
Mobile Absturzsicherung eignet sich wirklich gut für sich ändernde Baustellen, ungeplante Wartungsarbeiten und Serviceteams, die zwischen verschiedenen Projekten wechseln. Besonders wertvoll ist sie auch bei Renovierungen in denkmalgeschützten Gebäuden, wo permanente Installationen problematisch wären.
Wann ist eine permanente Lösung erforderlich und wann reicht eine temporäre aus?
Eine permanente Lösung ist erforderlich, wenn derselbe Arbeitsbereich regelmäßig über längere Zeiträume genutzt wird oder gesetzliche Vorschriften eine dauerhafte Installation fordern. Temporäre mobile Lösungen reichen aus bei kurzfristigen Arbeiten, wechselnden Arbeitsbereichen oder wenn keine baulichen Veränderungen gewünscht sind.
Wie oft muss eine mobile Absturzsicherung geprüft werden?
Mobile Absturzsicherungssysteme müssen vor jedem Einsatz sichtgeprüft und mindestens jährlich von einer befähigten Person geprüft werden. Bei intensiver Nutzung oder nach besonderen Belastungen sollten zusätzliche Prüfungen durchgeführt werden.
Gibt es mobile Geländer als Alternative zu Anschlageinrichtungen?
Ja, es gibt mobile Geländersysteme, die als Kollektivschutz funktionieren und keine persönliche Schutzausrüstung erfordern. Diese eignen sich besonders gut für Bereiche, wo mehrere Personen gleichzeitig arbeiten, sind aber weniger flexibel als Anschlageinrichtungen.
Was kostet eine mobile Absturzsicherung und wie schnell ist sie einsatzbereit?
Die Kosten hängen vom Systemtyp ab – von günstigen, einfachen Wandöffnungslösungen wie dem MFS bis hin zu größeren mobilen Ankermasten. Sofern die Absturzsicherung bereits am Einsatzort vorhanden ist, erfolgt die Installation in der Regel schnell durch den Benutzer – die meisten Systeme sind binnen 5-15 Minuten einsatzbereit.
Gelten für eine mobile Anschlageinrichtung die gleichen Sicherheitsstandards wie für permanente Systeme?
Ja, absolut. Eine mobile Anschlageinrichtung muss denselben Normen und gesetzlichen Anforderungen entsprechen wie permanente Installationen. Der Unterschied liegt nur in der Flexibilität der Anwendung, nicht in den Sicherheitsstandards.
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