27.03.2023 | Allgemeine Fachbegriffe

Pendelsturz

Ein Pendelsturz ist eine gefährliche Folge eines Absturzes mit Sicherung. Wie ein Pendel schwingt die abgestürzte Person hin und her und kann auf Hindernisse anprallen und an vertikalen Flächen vorbeischrammen. Es besteht Lebensgefahr. Wie es zu einem Pendelsturz kommt und wie man diesen verhindert, lesen Sie in diesem Beitrag.

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Fachartikelserie:

Mit der richtigen Absturzsicherung und entsprechender Anwenderkompetenz kann das Risiko eines Pendelsturzes reduziert werden.

[Translate to Deutschland:]

Wer in absturzgefährdeten Bereichen arbeitet, hat wahrscheinlich schon vom Pendelsturz gehört. Wer den Begriff noch nicht kennt, sollte definitiv über die Gefahren dahinter Bescheid wissen. Denn diese Art des Sturzes ist nach dem ungesicherten Absturz nicht umsonst eine gefürchtete Auswirkung einer nicht optimalen Absturzsicherung.

Wie kommt es zu einem Pendelsturz?

Wie oben schon erwähnt, ist ein Pendelsturz ein Sturz in eine Sicherung, bei der die abgestürzte Person hin und her pendelt. Diese Situation tritt auf, wenn sich die gesicherte Person beispielsweise nicht in gerader Linie - im Lot - zum Einzelanschlagpunkt befindet oder das Verbindungsmittel falsch eingestellt ist.

Kommt es in dieser Konstellation zu einem Absturz, widerfährt der Person nicht nur ein Sturz ins Seil - das heißt, die Person fällt nicht nur einfach nach unten - sondern schwingt aufgrund der Physik hin und her. Dieses Pendeln kann schwerwiegende Auswirkungen haben, wenn die Person an der Gebäudewand entlangschrammt oder sogar an weiteren Objekten entlang der Wand anstößt. Die auftretenden Kräfte, die hier auf den Körper wirken, können lebensgefährlich sein. Man kann einen tödlichen Aufprall erleiden.

 

INNO Tipp - Wichtig zu wissen:

Ein Pendelsturz kommt nur dann zustande, wenn eine Absturzsicherung bzw. persönliche Schutzausrüstung angewendet wird, diese aber für die Situation nicht passend ist oder auch falsch angewendet wurde.

Pendelsturz Veranschaulichung mit Anprallen und Aufprallen
Person schwingt bei einem Pendelsturz hin und her.

Welche Gefahren hat ein Pendelsturz?

Denkt man an ein Uhrenpendel und mit welcher Kraft es hin und her schwingt, wird schnell klar, dass ein massiv höheres Gewicht, wie das von einem Menschen, mit viel mehr Wucht pendelt. Je nach Länge des Verbindungsmittels bzw. dem Radius in dem der Pendelsturz stattfindet, erhöht sich auch die wirkende Kraft. Die Verletzungen, die dadurch entstehen sind sekundäre Verletzungen. Sie kommen zusätzlich zu den körperlichen Auswirkungen des Absturzes dazu und umfassen beispielsweise: 

  • Abschürfungen
  • Quetschungen
  • Prellungen
  • Knochenbrüche

Achtung: Die Verletzung durch einen Pendelsturz können so massiv sein, dass sie lebensgefährlich werden.

Mann mit Absturzsicherung die Pendelsturz verhindert
Mann mit Absturzsicherung die Pendelsturz verhindert

Wie kann man einen Pendelsturz verhindern?

Die sicherste Form um einen Pendelsturz vom Aspekt des verwendeten Materials her zu verhindern, ist die Verwendung eines Seilsystems oder Schienensystems anstelle eines Einzelanschlagpunkts. Bei korrekter Anwendung bewegt sich bei beiden Systemen sozusagen der Anschlagpunkt mit der Person mit. Die Distanz zum Anschlagpunkt bleibt gleich und der Fall im Lot. Dies bietet höheren Schutz. Somit wird die Wahrscheinlichkeit eines Pendelns nach dem Sturz bis gleich 0 reduziert.

Idealerweise kommt es natürlich erst gar nicht zu einem Absturz zum Boden. Eine Absturzsicherung, die als Rückhaltesystem dient, verhindert - sofern richtig angewendet - dass die gesicherte Person in den Bereich, wo ein Absturz möglich ist sprich über die Absturzkante hinaus gelangen kann.

Zuletzt spielt aber auch immer die Komponente Mensch - der Anwender - eine Rolle: Das beste Sicherungssystem kann nicht schützen, wenn es falsch verwendet wird. Darum ist es so wichtig, dass die Anwender fachlich geschult sind und auch über alle Gefahren Bescheid wissen. Tiefergelegene Strukturen und ähnliche Hindernisse dürfen beispielsweise in der Anwendung nicht übersehen werden. Unter identischen Bedingungen mit denselben Schutzausrüstungen gegen Absturz, der Verwendung eines mitlaufenden Auffanggeräts, aber unterschiedlich befestigten Verbindungsmittel, kann eine Person abstürzen und einen Pendelsturz erleiden.

 

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Die 5 wichtigsten Fakten zum Pendelsturz

  1. Ursachen des Pendelsturzes: Ein Pendelsturz entsteht durch eine unsachgemäße Ausrichtung zur Sicherung oder falsch eingestellte Verbindungsmittel, was zu einem Hin- und Herschwingen nach dem Sturz führt.

  2. Gefahren des Pendelsturzes: Die immense Kraft und die zusätzlichen Bewegungen nach dem Sturz können schwerwiegende Verletzungen wie Abschürfungen, Prellungen und sogar lebensbedrohliche Zustände verursachen.

  3. Verhinderung von Pendelstürzen: Die Nutzung von Seil- oder Schienensystemen, die den Anschlagpunkt mit der Person mitbewegen, reduziert das Risiko eines Pendelsturzes erheblich.

  4. Rolle der richtigen Ausrüstung: Die Wahl der richtigen Sicherungssysteme ist entscheidend, aber ebenso wichtig ist die fachgerechte Anwendung und Einstellung, um Pendelstürze zu vermeiden.

  5. Wichtigkeit der Anwenderschulung: Selbst das beste Sicherungssystem kann nicht schützen, wenn es falsch verwendet wird. Schulungen und Kenntnisse über potenzielle Gefahren sind entscheidend, um Pendelstürze zu verhindern.

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